Gewohnheit
Kategorien: Beobachtungen & Mein Leben
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Es ist recht interessant, was man alles aus purer Gewohnheit tut. Heute bin ich seit langer Zeit mal wieder als Motorrad-Beifahrer unterwegs gewesen. Da muss ich mich jedesmal wieder neu dran gewöhnen. Man fühlt sich halt doch irgendwie schutzlos. Wenn dann auch noch das Wetter … unkooperativ ist, und man das Gefühl bekommt, dass das Motorrad in jeder Kurve gleich wegrutscht … ist das unangenehm.
Aber genau dabei wurde mir heute etwas klar. Ich habe im Moment keinen sonderlich grossen Willen zu leben. Es ist nicht so schlimm, dass ich aktiv irgendwas Unternehmen würde, aber grundsätzlich … wenn mich heute nen Backstein treffen würde und ich wäre Tot, wäre das nichts, was mich schwer “belasten” oder “ärgern” würde. Es wäre schade um die Feier, ein Versprechen und noch ein oder zwei Dinge, aber sonst … *shrug* I couldn’t care less.
Und dennoch hatte ich Angst, vom Bock runterzufallen. Eigentlich … sinnlos. Weil … es würde mir ja eigentlich mehr gutes, als schlechtes tun. In dem Moment als mir klar wurde, dass ich Angst habe … und mir klar wurde wie kontraindiziert die eigentlich war, ist sie verschwunden. Ich habe mich nicht mehr krampfhaft festgehalten, und versucht jede Bewegung vorherzusehen, damit ich nicht überrascht werde. Ich habe sogar komplett aufgehört, mich festzuhalten.
Daraus schliesse ich, dass ich diese Angst eigentlich nur aus “Gewohnheit” hatte. Weil es halt “normal” ist. Und das fasziniert mich. Angst gehört ja eigentlich zu den eher Reflex/Instinkt-getriggerten Emotionen, und die sollen dem Selbstschutz dienen und nicht einfach so “abschaltbar” sein.
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