Thoughts on (my) life
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Management


Datum: July 14 2008, 23:11 (UTC (MESZ -2, MEZ -1))
Kategorien: Mein Leben
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Ich hatte heute – mal wieder – einige Begegnungen der dritten Art mit dem, was man in Deutschland – ironischerweise – Management nennt.

Bedeutungen:

[1] Tätigkeit, Vorgang, Prozess zur Leitung eines Unternehmens
[2] Abteilung oder Gruppe von Personen, die mit [1] betraut sind

Wenn man sich diese Definition ansieht, und ein wenig Menschenverstand einsetzt, dann könnte man – leichtfertigerweise – davon ausgehen, das damit vielleicht sogar eine gewisse Menge an Veratnwortung gegenüber dem Unternehmen ausgeht, oder? Okay, ich gebe zu, dass es eine Definitionssache ist, wie genau man diese Verantwortung definiert, aber ich glaube, dass sich alle einig sind, dass dabei der gewinnbringende Fortbestand einer Firma einen nicht unerheblichen Teil darstellt, oder?

Es wird zunehmend offensichtlicher, das Mitarbeiter einfach nur noch ein Problem darstellen. Unverschämterweise verlangen die Gehalt, Pausen, sinnvolles Arbeitsgerät und sowas. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir Leuten das geben, was sie brauchen um ihre Arbeit zu erledigen? Das sind doch dann langsam wirklich unhaltbare Zustände. Alleine die Kosten, die sie verursachen. Absolut untragbar.

Manager (=Häuptlinge) lassen sich eigentlich nur noch dazu herab, sich mit den (Mit)arbeiten (=Indianern) zu befassen wenn es darum geht, Kritik zu verteilen, Druck zu machen, oder sich sagen zu lassen, wie toll doch alles gemanaged wird. Das sie mit den ersten beiden Punkten im Endeffekt behindern, was sie eigentlich bezwecken wollen ist ihnen absolut unvermittelbar.

Bleibt noch Punkt 3. Mein Lieblingspunkt. Ich war bisher immer der Meinung, das man es nur dann “nach oben” schafft, wenn man kritikfähig ist. Dieser (Irr-)Glaube wurde vor kurzem jäh zerstört. Indianer dürfen unter absolut keinen Umständen jemals Entscheidungen der Häuptlinge kritisieren. Auch wenn selbige Kritik im Endeffekt dazu beitragen könnte diese Entscheidungen durchsetzbarer und realitätsnäher zu machen. Solche Trivialitäten wie “Wir haben keine gemeinsame Sprache” sind doch nun weis Gott kein Thema für jemand so hochbezahltes, oder? Dann müssen wir halt eine erfinden, oder einfach unsere latenten telepatischen Fähigkeiten nutzen. Himmel, seid doch mal kreativ, ihr Lakaien!

Die primären Eigenschaften eines “Managers” scheinen inzwischen zu sein, dass er absoluten Realitätsverlust hat, und sich durch triviale Dinge wie objektive Fakten oder physikalische Gesetze nicht aus dem Konzept bringen lässt. Wo kämen wir denn bitte hin, wenn wir starr an dieser – absolut veralteten – Idee festhalten, das der Tag 24 Stunden hat? Oder solch irrelevanten Konzepten wie dem, das ein Mensch sich nur um eine Sache gleichzeitig 100% kümmern kann? Kinderkacke! Okay … nicht ganz. Von Häuptlingen kann man nicht erwarten, dass sie sich um mehr als ein Problem gleichzeitig kümmern. Sie müssen ja nebenher ihre Boni und Sonderzahlungen und Dividenden berechnen. Von solch schwerwiegenden Dingen sind die Indianer ja glücklicherwiese befreit! Weil … angemessenes Gehalt ist doch nun wirklich ein vollkommen unangemessener Luxus!

Haben wir nicht – ganz praktisch und real – die Erfahrung gemacht, wie wertlos es ist, Berichte falsch abzuliefern? War da nicht irgendwann mal ein Staat, der UDSSR hiess, wo man das weitläufig praktiziert hat? Wie genau ging das nochmal aus? Ach richtig, man merkte, dass es nicht klappt! Wieso müssen wir das gleiche gerade nochmal probieren? Wieso wird von uns verlangt zu lügen, damit irgendein Idiot sich einen auf seine KPI’s1 und sonstwas runterholen kann, selbst wenn diese zu 90% aus fingierten Zahlen bestehen? Was genau bringt das im Hinblick auf das erfolgreiche führen einer Firma? Kann mir das bitte einer erklären?

Alles, was heutzutage zählt ist Geld. Shareholder Value, Dividenden, und Managergehälter. Bis zu dem Punkt, wo sich die Angestellten einer Firma das eigene Produkt nicht mehr leisten können! Ist das nicht pervers schizophren? Ein ehemaliger Arbeitskollege (Sven) meinte mal, dass früher Firmen von Volkswirten geführt wurden, deren Augenmerk auf dem Volk (als ganzes) lag. Heute sind es Betriebswirte, deren Augenmerk kaum weiter vom Volk weg sein könnte.

Und wir – als Gesellschaft – wundern uns tatsächlich, dass immer mehr Menschen SVV betreiben, Alkoholiker werden oder sich generell einfach selbst aufgeben? Wie stark soll man verdammt nochmal sein, um diese scheisse jeden Tag auf’s neue zu ertragen? Es ist inzwischen egal, was man tut, man bekommt eine reingewürgt und “Schläge”.

Gäbe es nicht eine einzige, ganz besondere, Person in meinem Leben, glaube ich, dass ich heute durchgedreht wäre. Ich danke Dir, auch wenn Du deswegen viel zu viel zu leiden hast! Es tut mir leid, was ich Dir alles an den Kopf geworfen habe, und wie ich mich verhalten habe. Du hast mir dennoch unendlich viel geholfen heute!

Es ist absolut Menschenverachtend, was da passiert. Ich wünsche mir, dass es endlich einen Staatsweiten Aufstand gibt, mit Lynchjustiz und allem, damit diverse Menschen endlich mal gezeigt bekommen, was sie eigentlich angerichtet haben. Dazu sind wir als Volk aber vermutlich zu unterwürfig. Und die Wenigen, die es nicht sind, hätten keinen nennenswerten Effekt. Vielleicht würden sie Märtyrer, ich weis es nicht.

Leute, lasst Euch nicht so unterdrücken und missbrauchen!

Dieser Artikel entstand unter Art. 5 Abs. 1 des deutschen Grundgesetz und spiegeln meine persönliche Meinung (und Erfahrung) wieder. Nur so als Hinweis, an die, die sich nicht so gerne mit den Trivialitäten der Gesetzgebung auseinandersetzen und lieber alles negative unterdrücken oder abmahnen lassen…


Anmerkungen und Fussnoten
  1. http://en.wikipedia.org/wiki/Key_performance_indicators []
1 comment

1 Comment so far

  1. TTK July 15th, 2008 15:14

    sorry, mann. wenn ich das vorher schon gewusst hätte, hätte ich dich in the leben nicht angerufen…

    wir hatten halt grad gute laune, und wollten dich teilhaben lassen.

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