Denkbefreite Castor-Gegner
Kategorien: Mein Leben
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Gestern ging auf Twitter die Diskussion los. Meine Meinung ist wohl nicht sonderlich populär, aber ich habe sie, und kann sie vertreten.
Wenn man den Aktivisten glauben schenkt, sind diese Transporte gefährlich. Das stimmt wohl teilweise. Die Behälter für Atom(müll)transporte sind unter den stabilsten, die der Mensch jemals für irgend etwas gebaut hat. Ein gewisses Restrisiko lässt sich aber natürlich bei nichts ausschliessen. ABER: Der aktive Eingriff in diese Transporte ist ja wohl das dümmste, was man tun kann.
Klar, ich kann mir auch angenehmeres Vorstellen als so einen Zug, der wenige Kilometer an meinem Haus vorbeifährt. Aber es ist doch wohl unbestritten, dass wir die Brennstäbe (und anderen Atom-Müll) nicht einfach irgendwo rumgammeln lassen können. Egal wie man grundsätzlich zu Atomkraft steht, sollte man doch genug Realitätssinn haben um einzusehen, dass wir aktuell (zumindest noch) keine andere Wahl haben, als diese Transporte durchzuführen.
Freunde und Bekannte setzen sich gerade für die “Schottern-Aktionen” ein. Und nicht einer davon scheint länger als Null Nanosekunden nachzudenken:
Ihr wollt die Transporte nicht auf den Schienen haben. Schön, wie genau erreicht ihr dieses Ziel, wenn ihr die Züge verlangsamt? Ihr wollt die Züge nicht in eurer Nähe? Wieso folgt ihr ihnen dann? Ihr sagt, die Transporte seien gefährlich. Wie machen Eure destruktiven Aktionen gegen Gleisbetten den Vorgang sicherer?1 Ihr sagt, der Staat würde euch unterdrücken. Das wundert Euch, wenn ihr organisiert Sachbeschädigung betreibt? Demonstriert so viel ihr wollt, aber lasst die Gleise und Züge in Ruhe!
Was glaubt ihr passiert, wenn Eure Sabotage mal nicht rechtzeitig bemerkt und beseitigt wird und so ein Ding echt entgleist? Ist das dann der Beweis für die Unsicherheit der Transporte? Doch wohl eher dafür, dass euch die potentiellen Konsequenzen eurer Handlungen nicht interessieren. Zeigt ihr Euch dann konsequenterweise selbst an? Wohl eher nicht, oder?
Mir wäre es auch lieber, befände sich mein Wohnsitz nicht in der zweiten/dritten Todeszone gleich zweier AKWs. Gleichzeitig bin ich schon ziemlich froh darüber, dass ich diesen Artikel auf einem Computer schreiben kann, der Strom braucht. Und ihn in ein Internet posten kann, welches auch Strom braucht. Und darüber, dass ich mir den Strom leisten kann. Diesen Strom beziehe ich vermutlich – ich habe nicht nachgefragt – (teilweise) aus AKWs.
Es ist utopisch, wenn wir denken, unser Strombedarf liesse sich heute oder in den nächsten 5-10 Jahren ohne AKWs abdecken.2 Natürlich gibt es alternative Energien, aber die sind noch nicht effizient genug. Sie sollten dennoch erforscht und unterstützt werden, aber noch sind sie nicht ausreichend.
Aus diesen Gründen müssen wir uns einfach den Realitäten stellen. Und die sagen, dass wir – selbst wenn wir jetzt alle AKWs abschalten könnten – noch etliche Jahre mit diesen Transporten leben müssen. Das ist Physik, und mit der kann man schlecht diskutieren.
Es sollte doch im Interesse aller sein, dass diese Transporte so sicher und reibungslos wie nur irgend möglich durchgeführt werden können.